Mit einem 2:0-Sieg im Hinspiel in Manchester durfte nicht ganz unberechtigt ein relativ ungefährdetes Weiterkommen erwartet werden. Die Chancen darauf dezimierte Paris allerdings zügig selbst. Ein früher Patzer von Thilo Kehrer spielte Manchester in die Karten. Mit der schnellen Führung verbesserte sich die Ausgangssituation der Engländer schlagartig. Trotzdem überließ die personell stark geschwächte Gastmannschaft anschließend bereitwillig PSG das Feld, was sich letztendlich auch in der Statistik deutlich niederschlug (u.a. in einem Ballbesitz von fast 70 Prozent für Paris). Auch die Torschuss-Statistik spricht rückblickend deutlich für die Hausherren (11:5), allerdings machten sie viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten.

Dadurch kam auch die Zahl von jeweils nur vier Schüssen auf das Tor zustande, die Manchester weitaus effizienter verwertete. Paris hingegen ließ reihenweise gute Chancen liegen, einzig Juan Bernat gelang in der 12. Minute ein Treffer zum Ausgleich. Ansonsten standen abwechselnd Abwehrspieler, Torhüter David de Gea oder auch nur der Pfosten im Weg. Fast eine halbe Stunde lang zeigte sich United deshalb kaum noch offensiv, dann folgten jedoch gleich zwei gute Aktionen. Erst scheiterte Marcus Rashford mit seinem Angriffsversuch, dann zwang er Gianluigi Buffon jedoch zu einer Parade, die Romelu Lukaku im Nachschuss zur erneuten Führung nutzte. Auf der anderen Seite vertändelte Kilian Mbappé den Ball in aussichtsreicher Position kurz vor der Pause.

Offensive auf Sparflamme in der zweiten Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann verhalten, erst nach rund zehn Minuten trat Angel di María gefährlich in Erscheinung. Dabei befand er sich jedoch im Abseits und es blieb bei der knappen Führung für seinen Ex-Club. Wiederrum eine Viertelstunde später wurde der Argentinier erneut gesucht, dieses Mal allerdings gut verteidigt. Offensiv war von Manchester jedoch weiterhin nichts zu sehen. Das bot Paris eigentlich die Chance zur Entscheidung, doch in der 84. Minute verpassten Mbappé und Bernat diese gleich doppelt. Erst scheiterte der Franzose an de Gea, dann traf sein Teamkollege nur den Außenpfosten. Zwar reichte der knappe Rückstand noch zum Weiterkommen, aber in der Nachspielzeit unternahm United dann doch noch einmal etwas in Sachen Viertelfinale.

Diogo Dalot zog außerhalb des Strafraums ab, Presnel Kimpembe warf sich innerhalb des 16ers in den Schuss und per Videoschiedsrichter bekam Manchester den Elfmeter, den Rashford eiskalt verwandelte. Nun war PSG einmal mehr gefordert und machte spürbar mehr Druck als über weite Strecken der Partie. Gelingen wollte ihnen allerdings – wie schon in vielen Szenen zuvor – nichts mehr.

Alle Jahre wieder …

Das aufgrund des Zeitpunkts und des Spielverlaufs durchaus unglückliche Ausscheiden ist auch auf eben diese mangelnde Chancenverwertung und das zu häufig sehr pomadig und zurückhaltende Offensiv-Spiel der Franzosen zurückzuführen. Mit zielstrebigeren Angriffen, etwas mehr Konzentration und Konsequenz im Abschluss geht Paris problemlos als Sieger aus dem Duell. Stattdessen bleibt nun erneut nur das Hadern mit dem selbstverschuldeten Schicksal.