Mit einem augenscheinlich klaren Plan startete Ägypten in die WM, möglichst ohne Gegentor sollte es gegen Uruguay ein aussichtsreicher Auftakt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Offensive allerdings zunächst vernachlässigt, der angeschlagene Stürmerstar Mohamed Salah blieb auf der Bank. Die defensive Ausrichtung hatte jedoch nur bedingt eine gestärkte Abwehr zur Folge, dementsprechend lief das Spiel in Jekaterinburg vor allem in Richtung des ägyptischen Tores. Uruguay stellte mit Luís Suaréz und Edinson Cavani auch gleich zwei Sturmspitzen auf, doch ausgerechnet Suárez vom FC Barcelona erwies sich allerdings als äußerst kontraproduktiv für die Angriffsbemühungen der Celeste, indem er gleich vier große Chancen vergab. Zunächst ging ein unsauberer Abschluss am Tor vorbei (14. Minute), dann traf er nach einer Ecke freistehend nur das Außennetz (24. Minute), anschließend scheiterte er frei vor Torhüter Mohamed El-Shenawy (46. Minute) und ließ sich zu guter Letzt auch noch von diesem den Ball vom Fuß nehmen (73. Minute).

Auch gegen Cavani parierte El-Shenawy gleich mehrfach (8., 83. Minute). Zudem standen sich die Uruguayer gleich zwei Mal selbst im Weg – erst schoss Cavani aus wenig aussichtsreicher Position Martín Cáceres an (70. Minute), kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit landete sein Freistoß erst am Pfosten und der Abpraller beim freistehenden Cáceres, dessen Schussversuch jedoch am ebenfalls aufs Tor zugestürmten Carlos Sánchez hängenblieb (88. Minute). Doch ausgerechnet Sánchez servierte unmittelbar danach den Freistoß zum siegbringenden Tor. Seine Flanke segelte in den Strafraum, wo sich José Giménez mit energischem Einsatz im Kopfballduell behauptete und den Ball unhaltbar neben den rechten Pfosten setzte. Obwohl Ägypten – auch angesichts der fünfminütigen Nachspielzeit – nochmal die Offensivbemühungen intensivierte, gelang den „Pharaonen“ wie schon im gesamten Spiel keine zwingenden Abschlüsse mehr gegen die insgesamt souveräne Abwehrreihe Uruguays.

Dennoch könnte sich für Ägypten angesichts der knappen Niederlage der Verzicht auf Mohamed Salah noch auszahlen – falls ihm die Ruhepause bis zum nächsten Spiel gegen Russland reicht und er wieder aktiv eingreifen kann, könnte sich das Team von Hector Cuper mit zwei Siegen gegen die im Vergleich mit Uruguay vermeintlich schwächeren Gruppengegner noch für das Achtelfinale qualifizieren. Uruguay hingegen muss sein ohne Zweifel vorhandenes Offensivpotenzial zuverlässiger abrufen, um dem Ruf als Geheimfavorit gerecht zu werden.