Marokko machte direkt Druck und erspielte sich durch Amine Harit (2. Minute) und Hakim Ziyech (der in der 3. Minute allerdings am Elfmeterpunkt freistehend den Ball nicht traf) gute Möglichkeiten. Kurz darauf setzte Younès Belhanda einen Kopfball zu hoch an (5.). Die Iraner kamen offensiv überhaupt nicht ins Spiel, sondern fielen vor allem durch robusten Abwehreinsatz durch. Erst wurde Rouzbeh Cheshmi aufgrund wiederholten Foulspiels deutlich ermahnt (6.), dann bekam sein Teamkollege Masoud Shojaei die erste Gelbe Karte der Partie (10.). Am Spielverlauf änderte das zunächst wenig, die Marokkaner rannten weiterhin unermüdlich und unbeeindruckt an, nutzten ihre Chancen jedoch nicht: In der 19. Minute vergaben Belhanda und Mehdi Benatia gleich zwei Großchancen hintereinander.

Plötzlich schien der Iran wacher und kam über einen Konter zur ersten Chance, die Karim Ansarifard aber nicht sauber abschließen konnte (20.). In der Folge kühlte die hitzige Anfangsphase etwas ab, die Spielanteile verteilten sich ausgeglichener und Karim El Ahmadi sorgte durch ein taktisches Foul auch in Hinblick auf die Gelben Karten für Gleichstand (34.). Kurz vor der Halbzeitpause kam Iran erneut durch einen Konter zu einer Großchance, doch Azmoun scheiterte mit seinem Abschluss an Marokkos Torhüter Munir.

In der zweiten Halbzeit boten beide Mannschaften ein anderes Bild, Chancen wurden kaum noch herausgespielt. Stattdessen musste Schiedsrichter Cüneyt Çakır immer wieder einschreiten und allzu rüde Aktionen unterbinden. Erst in der 80. Minute gab es wieder ein spielerisches Highlight, als Hakim Ziyech mit einem flach angesetzten Distanzschuss in die linke Ecke für Gefahr sorgte. Irans Schlussmann Alireza Beiranvand war jedoch zur Stelle und parierte souverän. Anstatt noch einmal energisch nachzusetzen und damit an die vielversprechenden Anfangsminuten anzuknüpfen, gelang den Marokkanern allerdings offensiv so gut wie gar nichts mehr, selbst in der sechsminütigen Nachspielzeit nicht. Dafür kamen die Iraner in der vorletzten Minute noch einmal zu einem Freistoß auf dem linken Flügel in Höhe des gegnerischen Strafraums. Und tatsächlich sorgte die daraus resultierende Flanke für Gefahr und den Sieg, weil der eingewechselte Stürmer Aziz Bouhaddouz mit einer Rettungsaktion per Kopf ins eigene Tor traf – quasi als Sinnbild für diese angesichts der zahlreichen Großchancen der Marokkaner unglückliche Niederlage.