Bei der Europameisterschaft hatte Island dank taktischer Disziplin und fast unerschütterlichem Kampfgeist Punkte und Sympathien gesammelt und Argentiniens Trainer Sampaoli warnte dementsprechend vor den Qualitäten des Gegners. Trotzdem musste sich seine Auswahl als hohen Favoriten handeln lassen, angesichts der Spieler im Kader auch durchaus nachvollziehbar. Spielerisch macht sich das allerdings nicht immer bemerkbar, auch Island verstand es mit seinen dichten Abwehrreihen, kaum Chancen zuzulassen. Blieben Standardsituationen, von denen Argentinien gleich mehrere sammelte. Die ersten beiden Freistöße in der 5. beziehungsweise 9. Minute (jeweils getreten von Messi) konnten weder Nicolás Otamendi noch Nicolás Tagliafico per Kopf verwerten. Dafür wurde es plötzlich auf der anderen Seite gefährlich, nachdem zunächst Alfreð Finnbogason zu hoch zielte (9. Minute) und direkt im Anschluss sein Teamkollege Birkir Bjarnason einen abenteuerlichen Abstoß-Doppelpass  zwischen Willy Caballero und Marcos Rojo nicht ausnutzen konnte (10.).

Die Defensive der Gauchos wackelte also ein wenig, offensiv ging es zudem recht unorganisiert zu. Einzelaktionen bestimmten weitgehend die Angriffsbemühungen, viel lief dabei über Messi. Den ersten Treffer der Partie markierte jedoch Sergio Agüero, der ein eher zufälliges Zuspiel von Rojo mit einem Schuss aus der Drehung veredelte (19. Minute). Lange sollte die Führung allerdings nicht halten, weil sich die argentinische Defensive erneut unsicher präsentierte und Caballero mit einer Rettungsaktion für Finnbogason auflegte, der aus sieben Meter zum Ausgleich traf (23. Minute). So lief das Spiel weiter wie gehabt, Argentinien (zu diesem Zeitpunkt mit 81 Prozent Ballbesitz) suchte erfolglos eine Lücke und Island wehrte ab, was abzuwehren war. Brenzlig wurde es lediglich, als Ragnar Sigurðsson bei einer Grätsche den Ball an die Hand bekam, was allerdings zu Recht nicht mit einem Elfmeter bestraft wurde. Stattdessen kam Island kurz vor der Halbzeit durch Gylfi Sigurðsson noch einmal zu zwei Chancen, die jedoch mit einem schwachen Abschluss und deutlich neben dem Tor endeten.

Messi mit Schwächen im Abschluss

Der zweite Durchgang begann mit der ersten nennenswerten Szene im argentinischen Strafraum, nachdem ein Kopfball von Kári Árnason im Anschluss an eine Ecke am Arm von Eduardo Salvio landete – erneut kein strafbares Handspiel und damit auch hier kein Elfmeter. Anders in der 63. Minute, als Hörður Magnússon allzu aggressiv den Laufweg von Maximiliano Meza kreuzte – den fälligen Elfmeter von Messi konnte Islands Torhüter Hannes Halldórsson allerdings souverän parieren. Auch bei einem verdeckten Schuss von Éver Banega war Halldórsson zur Stelle (71. Minute), während er bei den diversen Freistößen von Messi nicht eingreifen musste – die Bälle landeten entweder in der Mauer oder deutlich neben bzw. über seinem Tor.

In der 77. Minute wurde es allerdings noch einmal eng für Islands Abwehr, als Birkir Már Sævarsson im eigenen Strafraum in den Zweikampf gegen den kurz zuvor eingewechselten Cristian Pavón ging. Den Ball traf der Verteidiger nicht, seinen Gegner dafür schon – ein Elfmeter wäre hier durchaus problemlos vertretbar, allerdings fiel die Entscheidung des Schiedsrichters Szymon Marciniak auf Abstoß. Aus dem Team der Video-Schiedsrichter gab es offenbar keinen Widerspruch und somit bekam Messi keine zweite Chance aus elf Metern. Dafür setzte er in der 81. Minute einen Schuss aus der zweiten Reihe denkbar knapp am Pfosten vorbei, ehe auch Pavón noch einmal gefährlich vors Tor flankte (87.). Doch auch hier war Halldórsson wieder zur Stelle und vereitelte damit die letzte Siegchance der Argentinier – denn auch den letzten aussichtsreichen Freistoß des Spiels schoss Messi wie gehabt in die Mauer. Damit blieb es beim insgesamt wohl gerechten Unentschieden, wenngleich Argentinien wohl einen zweiten Elfmeter verdient gehabt hätte. Andererseits hatte Messi einen solchen eben auch fahrlässig verschossen und die Defensive des Favoriten wackelte zu oft, um den wenigen Vorstößen der Isländer standzuhalten. Zudem erzwangen die Argentinier trotz des hohen Ballbesitzes mit ihrem statischen Spiel kaum Chancen, die sie dann weder konsequent noch genau genug abschließen konnten.